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"Schatz, nimm du sie" - so heißt der erste Kinofilm, in dem Carolin Kebekus die Hauptrolle spielt. Im Streifen, der im Februar 2017 in die Kinos kommt, spielt der Comedy-Star mit Maxim Mehmet ein Paar, das sich auseinandergelebt hat und sich nun darüber streitet, dass der andere das Sorgerecht für die Kinder bekommen soll. Wir haben die Dreharbeiten besucht.

Frau Kebekus, als Comedian arbeiten Sie ja alleine auf der Bühne. Wie ist es, jetzt bei Ihrer ersten Kino-Hauptrolle, mit so einem großen Team zusammen zu arbeiten?


Kebekus: Es ist auf jeden Fall sehr anders als das, was ich sonst mache, da sehr viele Menschen involviert sind. Aber das ist eigentlich auch das, was mir auf der Bühne sonst fehlt, dass man ein Team ist, wie das hier der Fall ist. Ich beneide immer Leute, die mit einer Band unterwegs sind. Es ist eine komplett andere Arbeit, aber es macht unheimlich viel Spaß – insbesondere auch die Arbeit mit Maxim Mehmet, der ein unfassbar toller Schauspieler ist. Ich fahre nach dem Dreh immer nach Hause und denke mir: Super, morgen geht es wieder weiter (lacht). Es ist echt anstrengend, da ich immer sehr früh aufstehen muss, aber es bereitet mir total Freude.

Vielleicht auch, weil Sie ein Heimspiel in Köln haben?

Kebekus: Ja, ich kann jeden Abend in meinem eigenen Bett schlafen! Wenn ich auf Tour bin, ist das nie so, dass ich so lange am Stück zuhause bin. Das genieße ich schon sehr.

Sie spielen in dem Film eine Mutter von zwei Kindern. Welche Erfahrungen – vielleicht auch durch die eigene Mutter – bringen Sie in die Rolle ein?

Kebekus: Tatsächlich gibt es eine Szene, in der ich meine Filmtochter fürchterlich blamiere, indem ich auf eine Party gehe, wo sie auch ist. Dort fange ich dann an, mit den Leuten zu schäkern und zu trinken. Da denke ich jetzt nicht an meine Mutter – um Gottes Willen – die hat sowas nie gemacht. Trotzdem weiß man das noch, wie schrecklich es als Kind war, wenn Mutter oder Vater sich peinlich aufgeführt haben. In einer anderen Szene bringt Maxim die Kinder bis ins Klassenzimmer und sagt: „Du hast dein Butterbrot vergessen.“ Da fühlt man schon echt mit den Kindern mit.

Sie sind seit zehn Jahren sehr erfolgreich im Komikfach. Wie viel Glück benötigt man neben dem Talent, solch eine Karriere hinzulegen?

Kebekus: Total viel Glück! Ich hatte das Glück, viel Zeit zu haben, um mich zu entwickeln. Ich hatte Glück, entscheiden zu können, was ich machen möchte. Ich hatte Glück, dass ich von Anfang an mit extrem guten Leuten zusammenarbeiten konnte. Ich habe mit 19 ein Praktikum bei Taifun gemacht, die übrigens die Firma war von Marc Conrad, der jetzt diesen Film produziert. Beim Casting für die Rolle hat er mir einen Kaffee gebracht. In meinem Praktikum damals habe ich ihm den Kaffee gebracht (lacht).

Glück ist aber nicht alles, oder?

Kebekus: Nein, aber ich habe natürlich auch das Glück, das ich meinen Humor nicht verstellen muss, um bei den Leuten anzukommen. Wenn ich mich auf die Bühne stelle und eine Geschichte erzähle und die Leute finden es genauso gut, dann ist das auch Glück. Könnte ja auch sein, dass alles was ich erzähle, keine Sau interessiert (lacht).

Herr Mehmet, Sie sind als gebürtiger Hesse ja der einzige „Nicht-Kölner“ am Filmset. Wie passt das denn vom Humor ­zusammen?

Mehmet: (lacht) Wir haben denselben Humor! Ich muss aber sagen, dass ich jetzt das erste Mal für längere Zeit in Köln bin und hatte vorher viel gehört von der Atmosphäre und der typisch „Kölschen Frohnatur“. Ich genieße das sehr und wir liegen alle auf einer Wellenlänge. Ich hoffe das bleibt so.

Wo liegen die Unterschiede zwischen Film und Theater? Fehlt Ihnen das Theater?

Mehmet: Ich habe am Theater angefangen, war allerdings nie fest an einem Haus, sondern hatte ein paar Stück-Verträge. Ich habe dann allerdings schnell festgestellt, dass es sich schlecht mit dem Film kombinieren ließ und mich dann irgendwann für die Filmseite entschieden. Dieser Live-Moment am Theater ist ein anderes Erlebnis als ein Film, der schon sehr kleinteilig und auch zerstückelt, eher momenthaft ist. Ich hoffe, es ergibt sich bald mal wieder die Möglichkeit, auf die Bühne zu gehen.

Wie ist die Zusammenarbeit mit Carolin Kebekus, die von der Standup-Bühne kommt? Nehmen Sie sie als „alter Hase im Geschäft“ auch mal an die Hand?

Mehmet: (lacht) Das ist eher andersrum! Ich glaube, wir müssen uns da nicht hintereinander verstecken. Ich glaube auch, dass sie hier die viel größere und bekanntere Person ist, gerade hier in Köln. Gestern hatten wir „Bergfest“ beim Dreh und da sind wir noch zum Gaffel am Dom gelaufen. Da rief plötzlich jemand: „Hey, Kebekus, ich hoffe, du bist für Polen!“ (das Interview fand während der EURO 2016 statt – die Redaktion). Und sowas passiert mir hier halt nicht unbedingt (lacht)! Ich empfinde es als eine sehr angenehme Zusammenarbeit. Wir waren jetzt auch öfters mal unterwegs, um uns kennenzulernen, da sie ja durch ihre Shows schon sehr eingespannt ist. Das ist wohl auch ein Grund, warum wir während der Europameisterschaft drehen.“

Sie haben relativ spät mit der Schauspielerei angefangen und waren auch schnell sehr erfolgreich. Wie viel Glück gehört dazu?

Mehmet: Ich habe mal gesagt, dass man von allem ein Drittel benötigt: Ein Drittel Talent, ein Drittel Beziehungen und ein Drittel Glück – und das Talent wird dann immer unwichtiger (lacht)! In dem Moment, wenn die Beziehungen größer werden – das ist wohl in jedem Job so – benötigt man weniger. Insbesondere am Anfang braucht man das Glück, aus der Masse der Schauspieler rausgehoben zu werden. Bei mir waren es Leander Hausmann und dann Christian Görlitz, die mir die Chance gegeben haben. Und wenn du dann erst einmal bei den Leuten auf dem Schirm bist, wirst du im besten Fall auch wieder angerufen. Natürlich gibt es da auch wieder Unterschiede. Auch bei mir gibt es immer wieder Aufs und Abs wie bei allen Schauspielern. Ich kann mich nicht beklagen, ich kann gut mein Leben davon bestreiten. Aber Luft nach oben ist immer noch.

Haben Sie Ihr Glück denn schon ein mal im ­Lotto versucht?

Mehmet: „Mein Vater spielt regelmäßig Lotto. Der hat sogar so ein Lotto-Abo. Ich glaube das höchste, was er mal gewonnen hatte, waren 90 Euro. Aber er versucht es immer wieder, auch in einer Tippgemeinschaft mit seinen Kollegen. Ich selbst bin aber kein Tipper.

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